Montag, 25. September 2017

Rezension: Mein Buch - 100 Dinge, über die du schreiben kannst

Mein Buch - 100 Dinge, über die du schreiben kannst von Katja Scholtz, erschienen beim Diana Verlag, Gebundene Ausgabe, 208 Seiten, 15,00€

Worum geht's?
"Wenn Ihr Kühlschrank sprechen könnte – was hätte er zu erzählen? Oder Ihre Katze? Was denkt der Bäcker, wenn er Ihnen schlecht gelaunt sein letztes Kastenbrot verkauft? Wer schreiben möchte, braucht Mut und Ideen. Doch wo und wie anfangen? Dieses Buch versammelt 100 kleine Aufgaben, die die Fantasie ins Rollen und die Tinte zum Fließen bringen sollen. Ein geistiger Sportplatz zum Warmmachen und Dehnen für Anfänger und Fortgeschrittene.
Ein Buch zum Ausfüllen mit viel Platz zum Selberschreiben und mit zahlreichen liebevollen Originalzeichnungen, die inspirieren. Das tintensichere, FSC®-zertifizierte Offsetpapier mit zartblau gepunkteten Linien lädt ein, gleich loszuschreiben, in der Falttasche im Einband ist Platz für Notizen, Fotos, Postkarten u.v.m. Das blaue Verschlussgummi hält alles zusammen, und Lesezeichen sowie Buchblock mit Fadenheftung veredeln dieses besondere Buch."

Warum hab ich es gelesen?
Nun, dieses Buch ist natürlich keines, dass man lesen kann - wie aus dem Klappentext ersichtlich handelt es sich vielmehr um eine Sammlung von Anregungen zum kreativen Schreiben. Schon als Kind habe ich es geliebt, Texte zu verfassen. Da einem aber nicht immer gleich einfällt, worüber man schreiben könnte, war ich auf dieses Buch und seine Ideen sehr gespannt.

Wie war's?
Das Büchlein kommt im praktischen DinA 5 Format daher (und passt somit auch wunderbar in die Handtasche). Die blaue Oberfläche ist strukturiert und erinnert schon fast ein wenig an Geschenkpapier. Die ganze Aufmachung zeigt bereits, dass das Büchlein dazu gedacht ist, mit ihm zu arbeiten, statt es nur anzuschauen: Es hat ein Verschlussgummi, womit sichergestellt ist, dass nichts hinaus fällt, ein Lesezeichen und eine Falttasche, in der man Notizen und ähnliches verstauen kann. Der Einband ist flexibel, wirkt aber solide.
Nun aber zum inhaltlichen: Wie das bei Anregungen nun mal so ist, liest man einige und es passiert nichts - doch eine Seite weiter zündet plötzlich die Idee und man möchte gleich drauf los schreiben. Das ist hier gar kein Problem, denn unter jeder Schreibidee sind einige Linien, auf denen man seinen Ergüssen gleich freien Lauf lassen kann - insofern man einen Stift dabei hat.
Die Aufträge sind von ernst bis hin zu völlig abstrus breit gefächert. Beim Durchblättern musste ich einige Male schmunzeln, z.B. bei "Du bist ein Faultier auf Facebook - poste deinen Status" oder "Schreibe einen Verriss über einen Klassiker der Weltliteratur". Sehr gelungen fügen sich zudem die zum Teil vorhandenen kleinen Zeichnungen ein, welche die Gestaltung noch einmal aufwerten.

Was war besonders?
Im Endeffekt werde ich wohl kaum zu allen 100 Aufträgen etwas schreiben, aber das Buch hält, was es verspricht - es liefert interessante Anregungen und Ideen für Schreibbegeisterte und diejenigen, die es werden wollen.

Reading Mein Buch - 100 Dinge, über die du schreiben kannst makes me feel like...
Ein sehr schönes Buch für kreative Köpfe - auch prima als Geschenk geeignet! 

Mit herzlichem Dank an das Bloggerportal und den Diana Verlag für das Rezensionsexemplar

Sonntag, 24. September 2017

Rezension: Palast der Finsternis

Palast der Finsternis von Stefan Bachmann, erschienen beim Diogenes Verlag, Taschenbuch, 400 Seiten, 18,00€

Worum geht's?
"Die Außenseiterin Anouk ist mit vier anderen Kandidaten nach Paris gekommen, um einen lange verschütteten unterirdischen Palast zu erforschen, den ein verrückter Adliger zur Zeit der Französischen Revolution als Versteck für seine Familie erbauen ließ. Doch nachdem die Jugendlichen einmal durch die Tür mit dem Schmetterlingswappen getreten sind, erwartet sie in jedem weiteren Raum ein neuer Abgrund, den sie nur gemeinsam bezwingen können."

Warum hab ich es gelesen?
Ich bin ein großer Fan von Marie Antoinette und Romanen, die in dieser Zeit spielen oder sich auf sie beziehen. Noch dazu liebe ich Geschichten, die etwas mysteriöses beinhalten - der Klappentext von Palast der Finsternis klang also für mich äußerst interessant.

Wie war's?
Wenn man das Buch in den Händen hält, erfreut man sich erst mal an den schimmernden Effekten des Covers, die bereits sehr schön die mysteriöse Stimmung des Buches einfangen. Im  Prolog lernen wir die Ich-Erzählerin Aurélie du Bessancourt kennen, die sich 1789 in den Unruhen der französischen Revolution wiederfindet. Ihr Vater hat unter dem Familienanwesen einen Palast errichtet, den sie allerdings nie betreten durfte - zumindest bisher...
Weiter geht es in der heutigen Zeit, welche wir durch die Augen der 17-jährigen Anouk erleben. Anouk ist definitiv eine recht spezielle Protagonistin: Überdiemaßen intelligent, eher antisozial eingestellt, melancholisch und mit einem herrlichen Sinn für Sarkasmus, entspricht sie nicht unbedingt dem Typ Romanfigur, den man gleich ins Herz schließt. Nichtsdestotrotz stellt man schnell fest, dass in diesem Mädchen noch viel mehr steckt, und so war sie mir trotz ihrer Eigenarten sehr schnell sympathisch.
Anouk ist eine von fünf ausgewählten Jugendlichen, die nach Frankreich kommen und sich dort der Untersuchung des erst vor kurzem entdeckten, unterirdischen Palasts der Familie Bessancourt widmen sollen. Natürlich geht es hier nicht mit rechten Dingen zu und schnell wird klar: In diesem Palast lauert mehr als nur eine Gefahr. 
Nun erleben wir die Zeit im Palast auf zwei Zeit- bzw. Erzählebenen durch Aurélie und Anouk. Natürlich hängen die Erlebnisse beider Figuren auf irgendeine Art zusammen, vor allem da wir durch Aurélie einige Hinweise erhalten. Diese Zweiteilung der Erzählung hat mir unglaublich gut gefallen, da sie sehr stimmig miteinander verflochten sind und sich auf beiden Ebenen die Spannung immer mehr aufbaut.
Die Stimmung in diesem unterirdischen Palast wurde vom Autor wunderbar eingefangen: klaustrophobisch, düster und einfach beängstigend. Man hält bei jedem Raumwechsel den Atem an und hat keine Ahnung, was die Figuren als nächstes erwartet. Besonders amüsant fand ich übrigens, dass Anouk und die anderen beginnen, alle möglichen Szenarien und Überlegungen durchzuspielen, weil es mir als Leser natürlich genauso ging.
Die letztliche Auflösung, wie alles zusammenhängt und warum Anouk und die anderen im Palast gelandet sind, war für mich dann doch etwas zu fantastisch und nicht so ganz nachvollziehbar. Am Ende hatte ich dann doch noch einige Fragen, die für mich nicht ganz zufriedenstellend beantwortet wurden.
Stefan Bachmanns Schreibstil ist zwar einfach, aber herrlich packend. Er verliert sich nicht in zahllosen Ausschmückungen, sondern konzentriert sich auf das Wesentliche, wodurch die relativ kurzen Kapitel mit ihren zum Teil gemeinen Cliffhangern nur so dahin fliegen. Ab dem Augenblick, in dem sich die Jugendlichen im Palast wiederfinden, konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Was war besonders?
Dieses Buch lässt sich definitiv nicht einfach einem Genre zuordnen - es ist eine Mischung aus Thriller-, Fantasy-, Abenteuer-, Horror- und Mysteryelementen, die aber funktioniert.

Reading Palast der Finsternis makes me feel like...
...ein ganz besonderes Leseerlebnis, dass mir trotz kleiner Schwächen definitiv in Erinnerung bleiben wird!


Mit herzlichem Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar

Montag, 18. September 2017

Rezension: Fair Game - Alexandria & Tristan (Fair Game 3)

Fair Game -  Alexandria & Tristan von Monica Murphy, erschienen beim Heyne Verlag, Taschenbuch, 432 Seiten, 9,99 €

Worum geht's?
"Alexandria will nur ein normales Leben führen, aber sie ist pleite. Nachdem ihre Eltern wegen Veruntreuung im Gefängnis gelandet sind, schreibt sie sich mit dem Mädchennamen ihrer Mutter am College ein und versucht ihr Bestes, jemand anderes zu sein. Auf einer Party lernt sie Tristan kennen: reich, faul und egozentrisch. Als er sie anmacht, schüttet sie ihm ihr Bier über den Kopf, aber das stößt ihn nicht ab. Im Gegenteil: Tristan liebt nichts mehr als eine Herausforderung ..."

Warum hab ich es gelesen?
Nachdem ich die ersten beiden Bände der Reihe, in denen es um Jade und Shep bzw. um Lucy und Gabe ging, sehr genossen habe, wollte ich mir natürlich auch das Finale der Fair Game Reihe nicht entgehen lassen.

Wie war's?
Im Klappentext erfährt man bereits einiges über Protagonistin Alexandria: Die Eltern im Gefängnis, sämtlicher Wohlstand dahin, ist es an ihr selbst, sich durchs College zu bringen. Ja, dass ist hier und da Thema, dominierte für mich aber nicht die Geschichte. Ganz im Gegenteil: Alexandrias Handling dieser furchtbaren Situation wirkte unglaublich ehrlich und realistisch. Spätestens ab dem Moment, in dem sie dem vorlauten Tristan das Bier über dem Kopf ausschüttet, hatte sie mich bereits für sich gewonnen. Natürlich hat ihre Vergangenheit sie gelehrt, dass man genau prüfen sollte, wem man sein Vertrauen schenkt. Ein Grund mehr, den frechen und maßlos von sich selbst überzeugten Frauenhelden Tristan nicht an sich heran zu lassen...
Tristan war ja in den vorangegangenen Bänden eher der Typ -Entschuldigung- Kotzbrocken, der einfach nicht verstehen konnte, warum Shep und Gabe sich plötzlich an eine Frau binden, wo doch die Mädels bei ihnen quasi Schlange stehen. Endlich bekommt man die Chance, Tristans Sicht der Dinge zu sehen. Die Beziehungen der anderen machen ihm ordentlich zu schaffen und er fühlt sich als fünftes Rad am Wagen. Als er schließlich auf Alex trifft, beginnt jedoch auch Tristan, diese ganze Beziehungssache mit anderen Augen zu sehen.
Tristans Wandlung vom Frauenheld zum Alexandria-vergötternden, ehrlichen Kerl ist der Autorin wirklich recht glaubwürdig gelungen. Ich mochte die Szenen, in denen er selbst nicht verstand, warum er diese hübsche Frau nicht aus dem Kopf bekommt und merkt, dass diese Geschichte für ihn über das körperliche hinaus geht.
Da die Handlung dieses Bandes wieder komplett am College spielt, sind die altbekannten, liebgewonnenen Charaktere wieder mehr eingebunden als im Vorgänger. Dazu kommen noch weitere Nebenfiguren, wie z.B. Alexandrias beste Freundin Kelli und ihre computerspielenden Nerd-Mitbewohner Conrad und Jeff, die mir schnell sympathisch waren.
Der Schreibstil von Monica Murphy ist wie gewohnt einfach, flüssig und angenehm zu lesen. Lustigerweise ist Tristan sprachlich nicht ganz so derbe wie die anderen Jungs, was ich als nette Abwechslung empfand. Die erotischen Szenen sind sehr prickelnd geschrieben und passend in die Handlung eingebettet. Wie bereits in den Vorgängern wird abwechselnd aus der Sicht von Tristan und Alexandria erzählt. Zu beobachten, wie die beiden schließlich zueinander finden war eine wahre Wonne. Bis auf das Ende, was für meinen Geschmack etwas too much war, habe ich das Lesen unglaublich genossen und bin wirklich traurig, dass es vorbei ist.  

Was war besonders?
Für mich als großen Sex and the City Fan war es einfach nur großartig, dass die Serie quasi eine kleine Nebenrolle in diesem Buch spielt und für eine ganz besondere Verbindung zwischen Tristan und Alexandria sorgt. Man hatte die angesprochenen Szenen sofort im Kopf und ich hatte gleich Lust, mir diese noch einmal anzusehen.

Reading Fair Game -  Alexandria & Tristan makes me feel like...
Ein würdiges Finale und mein absolutes Highlight der Reihe - Tristan hat definitiv mein Herz gewonnen.



Mit herzlichem Dank an das Bloggerportal und den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar

Sonntag, 17. September 2017

Rezension: Die Eiskönigin - Völlig Unverfroren und weitere Geschichte aus Arendelle, vollständige Lesungen

Die Eiskönigin - Völlig Unverfroren und weitere Geschichte aus Arendelle, gelesen von Yvonne Greizke, vollständige Lesungen, erschienen beim Hörverlag, 4 CDs, ca. 4h

Worum geht's?
"Ein Wiedersehen mit Anna, Elsa und ihren Freunden! Neben den Lesungen der Filmbücher "Die Eiskönigin", "Party-Fieber" und "Zauber der Polarlichter" sind hier die spannendsten bisher erschienenen Abenteuergeschichten aus Arendelle versammelt: Anna und Elsa reisen in ferne Länder, finden einen neuen Rentierfreund, geben Überraschungspartys, begegnen einem Eismonster und vieles mehr."

Warum hab ich es gehört?
Zum einen bin ich selbst ein großer Disneyfan und mag die Eiskönigin samt seiner herrlich liebenswerten Figuren unglaublich gerne. Zum anderen bin ich Klassenlehrerin der 'Olaf-Klasse' (Olaf ist unser Klassenmaskottchen), wodurch diese Hörbuchsammlung für mich natürlich besonders interessant erschien.

Wie war's?
Eine kleine Information vorab: Diese Rezension bezieht sich nicht nur auf meine eigene Meinung, sondern spiegelt auch die Eindrücke meiner 17 Erstklässler wieder - schließlich haben wir die CDs gemeinsam gehört.
Als die Box ankam, habe ich mich doch ein wenig über die Verarbeitung aus Pappe gewundert: Für mich als Erwachsene natürlich kein Problem, aber ob sie bei Kinderhänden lange überlebt? Ansonsten ist sie aber wirklich schön gestaltet. Die ersten beiden CD-Hüllen sind mit dem Filmcover und die anderen beiden mit den Bildern aus 'Party-Fieber' versehen. So war die Trennung von Hauptfilm und weiteren Geschichten gleich ersichtlich und ist auch für Kids, die des Lesens noch nicht mächtig sind, überhaupt kein Problem.
Kurz nach dem Starten von CD1 stellten die Kinder schon freudig überrascht fest: "Das ist ja Anna!" Yvonne Greizke, welche Anna in der deutschen Synchronisation gesprochen hat, macht ihre Sache wirklich sehr gut. Mit ihrem lockeren und auch freudigen Stil hört man ihr wirklich sehr gerne zu. Auch den Kids gelang es über längere Zeit ruhig zuzuhören und der Handlung zu folgen. Dies wurde natürlich durch das ruhige Erzähltempo und die herrlich verstellten, zu den Charakteren passenden Stimmen begünstigt. Überflüssig zu sagen, dass sobald Olaf vor kam, die Freude besonders groß war.
Neben der Erzählung des Hauptfilms gibt es noch einige andere Geschichten, wie zum Beispiel "Party-Fieber" oder "Zauber der Polarlichter". Diese sind wesentlich kürzer und waren, weil sie eben zum Großteil noch unbekannt waren, natürlich ein besonderes Highlight. Die Kinder und ich fanden es sehr schön, weitere Geschichten aus Arendelle zu hören, in denen man die altbekannten Figuren noch besser kennenlernt. Diese 'Zusatzhäppchen' behalten definitiv den Eiskönigin-Charme bei und waren für die Kinder sehr unterhaltsam und passend.

Was war besonders?
Da es sich hier um eine Lesung und kein Filmhörspiel handelt, sind natürlich auch die aus dem Film bekannten Lieder nicht enthalten. Dies fiel den Kids aber nicht einmal auf, denn die für die Handlung wichtigen Elemente wurden einfach mit zum Teil aus den Liedern entnommenen Textzeilen erzählt. Dies empfand ich als eine äußerst gelungene Lösung.

Listening to Die Eiskönigin - Völlig Unverfroren und weitere Geschichte aus Arendelle makes me feel like...
Eine wunderschöne und (nicht nur!) für Kinder geeignete Hörbuchbox. Für alle Fans von Anna, Elsa und natürlich Olaf wärmstens zu empfehlen!


Mit herzlichem Dank an das Bloggerportal und den Hörverlag für das Rezensionsexemplar

Freitag, 15. September 2017

Rezension: Schicksalsbringer - Ich bin deine Bestimmung (Schicksalsbringer 1)

Schicksalsbringer - Ich bin deine Bestimmung von Stefanie Hasse, erschienen beim Loewe Verlag, Gebundene Ausgabe, 
416 Seiten, 16,95€

Worum geht's?
"Kiera war noch ein kleines Mädchen, als ihr ein unheimlicher Mann auf dem Jahrmarkt eine geheimnisvolle Münze zusteckte. Jahre später findet sie die Münze beim Aufräumen wieder und verletzt sich daran. Von da an steht Kieras Leben Kopf: An der Schule tauchen die geheimnisvollen Zwillingsbrüder Phoenix und Hayden auf. Und Phoenix – unfreundlich, überheblich, aber wahnsinnig attraktiv – behauptet, Kiera könne mit der Münze das Schicksal beeinflussen. Und daher dürfe er nun einen ganzen Mondmonat lang nicht mehr von ihrer Seite weichen ..."

Warum hab ich es gelesen?
Oh, da gab es so einige Gründe. Zum einen fand ich das Cover sehr schön gestaltet; die lila und schimmerigen Goldtöne haben doch direkt mein Mädchenherz höher schlagen lassen. Der Klappentext versprach zudem typische Romantasy mit einer unbekannten Idee - für mich immer ein Grund, mir das Buch mal näher anzusehen.

Wie war's?
Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von der 17-jährigen Kiera erzählt. Die Protagonistin war mir von Beginn an sympathisch - sie bloggt, sie singt in einer Band und hat ihr Herz am rechten Fleck. Ihre Eltern haben sich gerade getrennt, was sie doch mehr beschäftigt als sie es sich eingestehen möchte. Als dann noch Phoenix auftaucht und Kiera von ihrem Schicksal als Schicksal erzählt, ist es um ihre vormals heile Welt endgültig geschehen.
Phoenix ist mit typischen Bad-Boy-Charakteristika ausgestattet:  Verwegen, etwas reserviert und natürlich unfassbar gut aussehend. Leider war er für mich als Figur nicht so wirklich greifbar. Dies führte sich dann auch in der Liebesbeziehung der beiden, die ja von Anfang an zu erwarten ist, fort: Ja, es handelt sich hierbei um ein Jugendbuch, aber mir ging es leider alles etwas zu schnell. Die gewisse Tiefe und vielleicht auch ein paar Ereignisse, die es für mich als Leser nachvollziehbar machen, warum die beiden so füreinander empfinden, fehlten einfach. Ähnlich erging es mir mit Kieras Reaktion darauf, dass sie das Schicksal beeinflussen kann. Stefanie Hasse hat eine so herrlich unbekannte Hintergrundstory zum Schicksal ersponnen, doch leider reagiert ihre Protagonistin darauf irgendwie ziemlich unbeeindruckt.
Wenn man sich Kieras Äußerungen zur innigen Liebesbeziehung und der großen Offenbarung abgefunden hat, kann man das Buch allerdings wieder sehr genießen. Kieras Ich-Perspektive wird ab und an durch kurze, kursive Einschübe eines Unbekannten beendet, dessen Äußerungen maßgeblich zum Spannungsaufbau der Geschichte beitragen. Die Handlung beginnt sich recht schnell zu verdichten und hält auch noch einige Wendungen bereit. Am Schluss bleiben noch einige offene Fragen, auf deren Beantwortung man im nächsten und abschließenden Teil der Diologie hoffen darf.
Absolt verliebt bin ich in den absolut locker-leichten Schreibstil der Autorin, der mir einen sehr angenehmen Lesefluss ermöglichte. Die kurzen Kapitel, deren Startseiten immer mit dem hübschen Schicksalsrad vom Cover verziert sind, fliegen nur so dahin. Noch dazu fand ich ihn in Bezug zum Alter der Protagonistin sehr passend, man konnte sich sehr gut in Kieras Teenagergefühlswelt hinein versetzen.

Was war besonders?
Ganz klar die neue und völlig unverbrauchte Idee des Schicksals. Hier ist der Autorin wirklich eine ganz besonders interessante Hintergrundgeschichte abseits der Mainstreamvampire gelungen.

Reading Schicksalsbringer - Ich bin deine Bestimmung makes me feel like...
...die Liebesgeschichte konnte mich nicht überzeugen, ganz im Gegensatz zur frischen Idee und dem angenehmen Schreibstil der Autorin. Definitv mal etwas Neues!

Mittwoch, 13. September 2017

Rezension: Fair Game - Lucy & Gabriel (Fair Game 2)

Fair Game - Lucy & Gabriel von Monica Murphy, erschienen beim Heyne Verlag, Taschenbuch, 384 Seiten, 9,99 €

Worum geht's?
"Gabriel sitzt den Sommer über bei seiner verkorksten Familie fest und langweilt sich zu Tode. Er sucht nach einem Abenteuer und wird im gut aussehenden Mädchen von nebenan fündig. Sofort üben die beiden eine unwiderstehliche Anziehungskraft aufeinander aus. Bald verbringen sie jede Minute zusammen. Doch Lucy ist nicht, wofür Gabriel sie hält ..."

Warum hab ich es gelesen?
Nachdem mich der erste Band der Reihe, in dem es um die Geschichte von Jade und Shep ging, bereits sehr begeistert hat, war ich natürlich auf die Fortsetzung gespannt.

Wie war's?
Gabe, Sheps bester Freund, trifft in den Ferien auf Lucy, die den Sommer zufällig im Haus nebenan verbringt. Schnell herrscht zwischen den beiden eine starke körperliche Anziehungskraft, die für mich als Leserin wirklich spürbar war. Die Funken sprühen und schnell wird klar - die beiden sind doch füreinander geschaffen! Doch bis dahin ist es natürlich noch ein langer Weg.
Mit Gabe konnte ich ja im ersten Band noch nicht allzu viel anfangen, doch die abwechselnden Ich-Erzählperspektiven ließen mich ihn schnell besser kennen lernen. Ja, seine Sprache ist immer noch unglaublich vulgär, aber der Blick hinter seine Fassade offenbart einen jungen Mann, der wahnsinnig unter den Ansprüchen und Vorstellungen seine Eltern zu leiden hat. Noch dazu hat er mit der Beziehung von Jade und Shep zu kämpfen, die ihm zum ersten Mal vor Augen hält, dass eine Verbindung von Mann und Frau auch über eine Nacht hinaus funktionieren kann.
Als er auf Lucy trifft, ist er natürlich zu Beginn nur darauf aus, sie zu erobern. Die leichte und angenehme Art, wie sich Gabes Gefühle für Lucy festigen und entwickeln, war wirklich schön zu beobachten. Ich mochte es, wie Lucy nach und nach immer kostbarer für ihn wurde und er den Menschen im schönen Körper zu lieben begann.
Lucy ist an sich kein unsympathischer Charakter, aber mir ging ihr anfänglicher Diätwahn unglaublich auf die Nerven. Sicher ist dies ein Thema, das vor allem junge Mädchen beschäftigt, aber in manchen Szenen wirkte es auf mich 'etwas zu sehr aufs Auge gedrückt'. Sobald sie dies etwas abgelegt hatte und vor allem gegenüber Gabe Sicherheit und Zuversicht gewann, mochte ich ihre Erzählabschnitte recht gerne.
Bis Lucy und Gabe schließlich zueinander finden gibt es dann doch ein recht hohes Maß an Hin und Her, welches mit etwas mehr Kommunikation zwischen den beiden definitv nicht hätte sein müssen. Nichtsdestotrotz verfolgt man natürlich gerne die Wege und Komplikationen, die die Beziehung der beiden beeinflussen.
Zum Schreibstil ist noch zu sagen, dass Monica Murphy ihren ungezwungenen, lockeren Stil beibehält und die Seiten wirklich schnell dahin fliegen. Dabei überspringt sie gerne mal einige Zeit, um den Fluss der Erzählung beizubehalten. Die erotischen Szenen sind zwar recht explizit und zahlreich, jedoch keinesfalls übertrieben oder derart häufig, dass die Geschichte darunter leidet.

Was war besonders?
Ich mochte unglaublich gerne, dass zwar einige Probleme gelöst, aber eben nicht alle Unstimmigkeiten aus dem Weg geräumt werden. Man bekommt das gewünschte Happy End ohne zu viel 'Friede, Freude, Eierkuchen'.

Reading Fair Game - Lucy & Gabriel makes me feel like...
Für mich nicht so mitreißend wie der erste Teil, aber immer noch eine lockere, unterhaltsame Lektüre für Fans des New Adult Genre.

Samstag, 9. September 2017

Rezension: Götterfunke - Liebe mich nicht (Götterunke 1), ungekürzte Lesung

Götterfunke - Liebe mich nicht von Marah Woolf, gelesen von Jodie Ahlborn und Patrick Bach, Oetinger Media GmbH, 
2 MP3-CDs, ca. 720 min

Worum geht's?
"Endlich: Große Bühne für Romantasy-Göttin Marah Woolf! Ein abgelegenes Sommercamp in den Rocky Mountains, vor sich das letzte Highschooljahr. Jess will ihr Altgriechisch verbessern und die Zeit mit ihrer besten Freundin genießen. Doch da ist Cayden, dieser faszinierende Junge mit den smaragdgrünen Augen! Er kommt Jess seltsam bekannt vor. Was sie nicht weiß: Cayden ist ein Göttersohn und hat einen Deal mit Zeus: Wenn er ein Mädchen findet, das ihm widersteht, darf er endlich sterblich sein. Gar nicht so einfach, wenn man ein Gott ist und auch noch so aussieht."

Warum hab ich es gehört?
Ich habe das Buch Götterfunke - Liebe mich nicht gleich nach Erscheinen gelesen und es sehr genossen. Da Ende des Monats der Folgeband Götterfunke - Hasse mich nicht erscheint, wollte ich für mich die Geschichte noch einmal etwas auffrischen - zum Glück gibt es ja die ungekürzte Lesung.

Wie war's?
Protagonistin Jess ist ein etwas unsicheres Mädchen, dass es im Leben nicht wirklich leicht hat. Um vom Alltag abzuschalten und ihrer besten Freundin Robyn einen Gefallen zu tun, stimmt sie zu die Ferien in einem Sommercamp zu verbringen. Dort trifft sie auf den unfassbar gutaussehenden Mädchenschwarm Cayden, der sie ganz schön aus der Bahn wirft.
Jess verhält sich größtenteils wie ein typischer Teenie, so dass man doch manchmal über ihr Verhalten den Kopf schütteln muss. Nichtsdestrotz ist sie sympathisch und man wünscht ihr nur das Beste (natürlich gerne in Form von Cayden). Besonders interessant fand ich, dass sie, trotzdem sie so unsicher ist und zahllose Ängste hegt, die Situation mit den Göttern doch recht gelassen nimmt. In diesen Momenten hat sie mir unglaublich gut gefallen, da ihr dieses toughe, starke Verhalten sehr gut steht.
Cayden ist, trotzdem man um seine Göttlichkeit und seine Motive weiß, nicht immer zu durchschauen. An dieser Stelle muss ich ganz ehrlich zugeben: Ich hatte vergessen wie knisternd die Szenen zwischen Cayden und Jess sind! Die Funken sprühen geradezu und man kann es kaum erwarten, dass sich die beiden endlich näher kommen. Auf der anderen Seite habe ich wirklich mit Jess gelitten, wenn sie Cayden mal wieder beim innigen Getuschel mit einem anderen Mädchen beobachten musste.
Trotzdem mir die Geschichte eigentlich schon bekannt war, entwickelte sich beim Hören doch schnell wieder die spannende Leichtigkeit, mit der ich das Buch verband. Spannend, weil man, trotzdem man bereits weiß, dass Cayden nicht nur einfach der unglaublich gut aussehende, nette Junge ist, für den er sich ausgibt, mit Jess bangt und die Geschichte noch einige Überraschungen bereit hält. Leicht, weil ich das Setting des Sommercamps unglaublich angenehm fand und die Autorin das gewisse 'Summer Feeling' sehr schön eingefangen hat. Der Schluss macht deutlich, dass die Geschichte noch nicht zu Ende ist, bzw. sein darf - wie es sich für den Auftakt einer Trilogie gehört.
Jodie Ahlborns Stimme ist wirklich unglaublich angenehm, ich habe ihr sehr gerne zugehört. Zudem versteht sie es sehr gut, Jess' Unsicherheit und ihren jugendlichen Trotz mit ihrer Stimme zu übertragen. Eine wahre Wonne waren die 'Aufzeichnungen des Hermes', welche von Patrick Bach gesprochen werden. Im Buch erscheinen sie zu Beginn eines neuen Kapitels und bringen die 'überirdischen' Geschehnisse rund um die Götterwelt mit ein. Patrick Bach bietet eine sehr humorvolle, charismatische Darbietung des Hermes, so dass man sich schon auf mehr Aufzeichnungen von ihm freut.

Was war besonders?
Nach wie vor ist Marah Woolf mit dieser Geschichte eine ganz großartige Einbindung der griechischen Mythologie in eine moderne Romantasy-Erzählung gelungen. Man erfährt vieles über die griechischen Götter und einige bekannte Sagen, so dass man die Leidenschaft und die Begeisterung der Autorin für dieses Thema deutlich spüren kann.

Listening to Götterfunke - Liebe mich nicht makes me feel like...
Meine Erinnerung hat mich nicht getäuscht - eine wahrhaft fantastische Geschichte, großartig gelesen - ich bin wahnsinnig gespannt auf die göttliche Fortsetzung!