Freitag, 13. Oktober 2017

Rezension: City of Ashes (Chroniken der Unterwelt 2), gekürzte Lesung

City of Ashes von Cassandra Clare, gelesen von Andrea Sawatzki, erschienen bei Lübbe Audio,  6 CDs, Laufzeit 7h 3min

Worum geht's?
"Clary wünscht sich ihr normales Leben zurück. Doch was ist schon normal, wenn man als Schattenjägerin gegen Dämonen, Werwölfe, Vampire und Feen kämpfen muss? Sie wünscht sich nichts sehnlicher, als der Unterwelt den Rücken zuzukehren. Doch als ihr Bruder Jace in Gefahr gerät, stellt sich Clary ihrem Schicksal - und wird in einen tödlichen Kampf gegen die Kreaturen der Nacht verstrickt."

Warum hab ich es gehört?
Nach dem Ende von Teil 1 ist man gerade erst in der Geschichte angekommen - und es gibt so viele offene Fragen! Da kann man doch nicht einfach aufhören.

Wie war's?
Da mir der Schreibstil beim Hören wesentlich besser gefällt, verfolge ich diese Reihe lieber als Hörbuch. Sie wird übrigens komplett von Andrea Sawatzki gesprochen, wodurch sich dieser Teil nicht nur inhaltlich nahtlos an den Vorgänger anschließt.
Die Story nimmt in diesem Band so richtig Fahrt auf: Clary und Jace müssen sich ihren Gefühlen füreinander widersetzen, Simon durchlebt eine tiefgreifende Veränderung und Valentine ist weiterhin der herrlich diabolische Bösewicht, dessen nächste Schritte man einfach nicht voraus sehen kann.
Mir hat es große Freude gemacht, die Geschichte weiter zu verfolgen. Die liebgewonnenen Charaktere entwickeln sich weiter und gewinnen an Tiefe. Allerdings war ich von Protagonistin Clary zwischendurch ziemlich genervt, da sie immer mit dem Kopf durch die Wand in die waghalsigsten Situationen stolpert - einen Plan entwickeln und besonnen mit Gefahr umzugehen scheint einfach nicht ihr Ding zu sein. Zwischendurch gab es für mich ein paar Hänger, aber alles in allem wirkte die Geschichte auf mich rund und stimmig.
Andrea Sawatzki liest wie gewohnt ruhig, angenehm und einfühlsam. Ich habe ihr mit großer Genuss zugehört und empfand auch die integrierten Hintergrundgeräusche wieder als sehr passend.

Was war besonders?
Die Szene mit der Elfenkönigin fand ich einfach nur großartig - so voller Spannung und Emotionen! Sie wird mir sicher noch ein Weilchen im Gedächtnis bleiben.

Listening to City of Ashes makes me feel like...
...ein klitzekleines bisschen schwächer als Teil 1, aber immer noch ein fantastischer Hörgenuss - nur zu empfehlen!

Dienstag, 10. Oktober 2017

Rezension: Paper Passion Das Begehren (Paper-Reihe Band 4)

Paper Passion - Das Begehren von Erin Watt, erschienen beim Piper Verlag, EBook, 352 Seiten, 12,99€

Worum geht's?
"Wild, wilder, Easton Royal. Der drittälteste der fünf attraktiven Bad-Boy-Brüder ist nicht leicht zu bändigen. Und seine düstere Familiengeschichte hat bei ihm besonders tiefe Spuren hinterlassen: Er trinkt und feiert zu viel, lässt gerne seine Muskeln spielen und jagt jede Nacht einem anderen Mädchen hinterher. Mit Erfolg, denn Easton steht seinem großen Bruder Reed in puncto Unwiderstehlichkeit in nichts nach. Doch Easton langweilt sich schnell, ist immer auf der Suche nach dem nächsten Kick. Vielleicht ist er deswegen so interessiert an der neuen Mitschülerin Hartley, die ganz anders ist, als die anderen Aston-Park-Püppchen – bodenständig, schlagfertig und vor allem: nicht an Easton interessiert. Die ultimative Herausforderung für den Achtzehnjährigen, der es gewohnt ist, alles zu bekommen, was er will. Doch geht es hier wirklich nur um Eastons Ego, oder entwickelt der stürmischste der Royal-Brüder echte Gefühle für Hartley?"

Warum hab ich es gelesen?
Zuallererst: Ich finde es absolut gemein, dass bei dieser Reihe Ebook und Printausgabe nicht gleichzeitig veröffentlicht werden (die Printausgabe erscheint immer ca. einen Monat später). Als neugieriges, ungeduldiges Wesen, wie ich es nun mal bin, bezahlt man also doppelt, wenn man dieses Buch gleich lesen und trotzdem auch im Regal stehen haben möchte (und das auch noch zum gleichen Preis). Da fühle ich mich als Leserin schon etwas an der Nase rumgeführt.
Inhaltlich bleibt zu sagen, dass ich Easton in den Vorgängern schon am liebsten mochte und dementsprechend natürlich unglaublich gespannt auf seine Geschichte war.

Wie war's?
Aufgrund des doch sehr schwachen letzten Teils hatte ich wirklich so meine Bedenken, doch schon nach wenigen Seiten war ich wieder völlig im Leben der Royals gefangen. Das neue Schuljahr hat begonnen, Reed ist mittlerweile an der Uni, während Easton, Ella und die Zwillinge weiterhin die Schulbank drücken. Easton, den quasi alles langweilt, trifft auf die neue Schülerin Hartley, die ihn gleich durch ihre ganz andere Art fasziniert.
Der gute Easton ist ja schon bekannt, doch endlich einmal alles aus seiner Sicht zu erleben war wirklich mehr als amüsant. Da lernt man endlich, dass er sich für so manch blöden Spruch wirklich schämt oder dass er sich bei so manch selten dämlicher Aktion wirklich nichts böses gedacht hat. Im Prinzip möchte man ihn ganz oft in den Arm nehmen, da auch an ihm die vergangenen Ereignisse nicht spurlos vorbei gegangen sind.
Hartley war mir von Anfang an gleich sympathisch. Ihr ruhiges und doch sehr starkes, selbstbestimmtes Auftreten haben mir sehr gut gefallen. Im Zusammenspiel mit Easton knistert es gewaltig und man merkt, dass sie in der Lage ist, so einiges aus dem Bad Boy Royal herauszukitzeln.
Der Schreibstil war wie gewohnt angenehm flüssig, so dass das die Seiten nur so dahin fliegen. Besonders schön fand ich, dass in diesem Band die Zwillinge etwas mehr beleuchtet wurden, sie waren mir vorher viel zu blasse Figuren. Auch das Wiedersehen mit Ella bzw. das Fehlen von Reed waren sehr passend umgesetzt, ich habe ihre Erzählabschnitte nicht vermisst. Am Ende des Buches stehen wie gewohnt viele offene Fragen und ein typisch-fieser-Erin-Watt-Cliffhanger, die mich laut nach der Fortsetzung schreien ließen.

Was war besonders?
Easton war immer noch Easton - den Autorinnen ist es sehr treffend gelungen, sein Wesen zu wahren und ihm trotzdem mehr Tiefe und Hintergrund zu verleihen.

Reading Paper Passion - Das Begehren makes me feel like...
Das Autorinnenduo Erin Watt hat wieder zu ihrer alten Form zurück gefunden - Paper Passion hat mich genauso gepackt wie damals Paper Princess. Das ungeduldige Warten auf den nächsten Teil beginnt...

Sonntag, 8. Oktober 2017

Inside: Frankfurter Buchmesse 2017 - Ich bin dabei!

Dieses Jahr bin ich in Frankfurt dabei - und das sogar mit Presseausweis! Ich freue mich schon unglaublich darauf, Autoren und Bookstagrammer/Blogger zu treffen und natürlich ganz viele Eindrücke aus der bunten Bücherwelt mitzunehmen.
Um die Messe optimal nutzen zu können, habe ich mir einen kleinen Plan gemacht, damit ich auch bloß nichts verpasse. Ganz schön aufregend! Voller Vorfreude klickt man sich durch das Programm und stellt schnell fest, dass man sich an diesem Wochenende am liebsten vierteilen würde, um möglichst überall dabei sein zu können. Aber man muss ja Prioritäten setzen - hier habe ich ein paar Termine aufgelistet, an denen ich auf jeden Fall teilnehmen werde:

Samstag, 14.10.
11 Uhr Lesung von Marah Woolf, Halle 3.0/Stand 7/121
13:30 Uhr Amazon Bloggerevent, Halle 3.0/Stand K31
14:30 Lesung von Cassandra Clare, Open Stage 

Sonntag, 15.10.
11 Uhr "Be" Geburtstagsparty, Halle 3.0/Stand C87
12:30 Lesung von Jennifer Armentrout, Open Stage

Schon beim Tippen wächst die Vorfreude - ich bin wirklich sehr dankbar, dass ich dieses Jahr in diesem Umfang teilnehmen kann. Natürlich werde ich sowohl hier als auch auf meinem Instagram-Account möglichst ausführlich von der Messe berichten. Und falls ihr mich irgendwo rumstolpern seht, schreit doch bitte ganz laut meinen Namen, damit wir uns auch mal persönlich kennenlernen :)

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Rezension: Götterfunke - Hasse mich nicht (Götterfunke 2)

Götterfunke - Hasse mich nicht von Marah Woolf, erschienen beim Dressler Verlag, Gebundene Ausgabe, 464 Seiten, 18,99€

Worum geht's?
"Das neue Schuljahr beginnt und Jess versucht Cayden zu vergessen, nach allem, was er ihr angetan hat. Aber Zeus und seine Götter haben scheinbar andere Pläne, und schon am ersten Schultag steht Cayden plötzlich vor ihr. Schwebt Jess etwa in Gefahr? Ist Agrios ihr womöglich nach Monterey gefolgt? Jess möchte nicht in den Kampf der
Götter hineingeraten, sondern wünscht sich ein ganz normales Leben – aber was ist schon normal, wenn man die Welt der Götter sehen und betreten kann? Und vor allem: Wie lange kann sie Cayden wirklich hassen?"

Warum hab ich es gelesen?
Ich war vom ersten Band der Reihe Götterfunke - Liebe mich nicht sehr begeistert und wollte natürlich unbedingt wissen wie es weitergeht.

Wie war's?
Jess ist wieder Zuhause und hat noch mit den Ereignissen des Sommers zu kämpfen. Doch plötzlich tauchen nicht nur Cayden, sondern auch die anderen Götter wieder auf - natürlich nicht, ohne einiges an Verwirrung zu stiften.
Am ersten Band hat mir ja damals die Sommercampatmosphäre so unglaublich gut gefallen, so dass ich doch etwas Angst hatte, die Geschichte würde durch den Ortswechsel etwas Flair verlieren. Doch weit gefehlt: Die Möglichkeit, Jess und ihr Umfeld Zuhause zu erleben und beispielsweise ihre familiäre Situation kennenzulernen, hat mich der Protagonistin sehr viel näher gebracht. Während mich ihr doch sehr stark teeniehaftes Verhalten im ersten Band wirklich gestört hat, verhält sich Jess in diesem Buch wesentlich erwachsener und überlegter. Natürlich macht sie immer noch Sachen, bei denen man ein 'Warum tut sie das?' einfach nicht unterdrücken kann, aber es ist halt Jess- so haben wir sie kennengelernt.
Ihre Wut und Enttäuschung gegenüber Cayden konnte ich wirklich spüren und hätte sie mehr als einmal gerne in den Arm genommen. An manchen Stellen hätte ich mir von Jess definitiv mehr Entschlossenheit oder auch angebrachtere Reaktionen in Bezug auf Cayden und das Verhalten der Götter gewünscht, da konnte ich ihre Leichtigkeit manchmal nicht so ganz nachvollziehen. Nichtsdestotrotz habe ich die Szenen zwischen den beiden und das fast greifbare Funkensprühen sehr genossen.
Natürlich ist die Liebesgeschichte hauptsächlicher Bestandteil dieser Fortsetzung, aber auch rund um den Krieg der Götter nimmt die Geschichte ordentlich Fahrt auf. Agrios ist natürlich mit von der Partie und hat so einige neue Bedrohungen im Schlepptau.
Die vertrauten Nebenfiguren werden wieder sehr schön eingebunden (ich bin jetzt wirklich verliebt in Hermes!), wodurch man sich ganz schnell wieder in der Geschichte zurechtfindet. Mir kommt Apoll leider immer noch zu wenig vor, aber ich fürchte, da ließe ich mich nur mit einem Spin-Off zufrieden stellen.
Am Ende lässt uns Marah Woolf mit einem fiesen Cliffhanger zurück, bei dem zumindest ich nicht weiß, wie ich es bis März aushalten soll. Ansonsten verwöhnt sie uns aber wie gewohnt mit einem angenehmen, flüssigen Schreibstil, einer packenden Geschichte und natürlich wieder einer geballten Ladung griechischer Mythologie.

Was war besonders?
Jess' Entwicklung und ihre Stärke haben mir in diesem Band ganz besonders gut gefallen - weniger Teenie, mehr Powerfrau!

Reading Götterfunke - Hasse mich nicht makes me feel like...
...eine äußerst gelungene Fortsetzung, deren Cliffhanger den letzten Band kaum erwarten lässt!

Freitag, 29. September 2017

Rezension: The Promise - Der goldene Hof

The Promise - Der goldene Hof von Richelle Mead, erschienen bei ONE ein Imprint der Bastei Lübbe AG, Ebook, 587 Seiten, 13,99€

Worum geht's?
"Der Goldene Hof verspricht auserwählten Mädchen ein völlig neues Leben. Nicht nur, dass sie lernen, sich in vornehmen Kreisen zu bewegen, sie werden auch auf eine glamouröse Zukunft im aufstrebenden Nachbarland Adoria vorbereitet. Die junge Adelige Elizabeth scheint bereits ein solches Leben zu führen. Doch nach dem Tod ihrer Eltern fühlt sie sich wie in einem Gefängnis, aus dem sie nur noch fliehen will. Als Elizabeth dann den charmanten Cedric Thorn vom Goldenen Hof kennenlernt, weckt er einen waghalsigen Plan in ihr: Sie muss es irgendwie nach Adoria schaffen. Und kurze Zeit später tritt sie unter falschem Namen die Ausbildung am Goldenen Hof an..."

Warum hab ich es gelesen?
Der Klappentext hat mich gleich an die Selection-Reihe von Kiera Cass erinnert, welche ich sehr gerne mochte. Zudem hat mich dieses wunderschöne Cover sehr angesprochen - also auf an den 'goldenen Hof'.

Wie war's?
Elizabeth hat mich gleich zu Beginn mit ihrer Schlagfertigkeit, ihrem Mut und ihrem guten Herzen für sich gewonnen. Ihre Situation und das Zurechtfinden am goldenen Hof waren äußerst interessant zu beobachten. Durch sinnvolle Zeitsprünge geht die Geschichte zwar voran, behält aber immer noch ein recht gemütliches Tempo.
Trotzdem in der ersten Hälfte des Buches also eigentlich nicht wirklich viel passiert, verfolgte ich doch mit Vergnügen Elizabeths bzw. Adelaides Weg, ihre Entwicklung am goldenen Hof und natürlich die zarten Annäherungen mit Cedric. Kurz nach der Ankunft in Adoria war für mich dann aber leider so langsam die Luft raus: Elizabeth verliert ihren erfrischenden Esprit, die Geschichte ist mittlerweile mehr als vorhersehbar und gegen Ende sollen hochdramatische Entwicklungen noch einmal Spannung bringen. Das war mir dann doch leider etwas zu viel. Zum Schluss bleibt man mit wenigen offenen Fragen zurück, die sich hauptsächlich auf Elizabeths Freundinnen beziehen. Da es sich hier um den Auftakt einer Trilogie handelt, bleibt abzuwarten, inwieweit diese geklärt werden.
Der Schreibstil der Autorin war recht angenehm und ich konnte der Handlung trotz zum Teil längerer Kapitel gut folgen. Besonders gelungen fand ich die Welt, in der die Geschichte spielt. Sie erinnert nicht nur von der Mode und den Lebensumständen sehr an das elisabethanische Zeitalter; Kolonialisierung und Religionsfreiheit spielen ebenfalls eine große Rolle. Dass diese Themen doch in recht umfangreichen Maße thematisiert werden, hätte ich vom Klappentext her nicht erwartet.

Was war besonders?
Zu Beginn hätte ich nicht ahnen können, wohin diese Geschichte (bzw. Elizabeths Weg) hinführt. In ihr steckt wesentlich mehr, als es zunächst den Anschein hat.

Reading The Promise - Der goldene Hof  makes me feel like...
...zu Beginn sehr unterhaltsam, zum Ende hin leider nichts mehr für mich. Ich wünsche Elizabeth/Adelaide von Herzen alles Gute, werde die Reihe aber nicht weiter verfolgen.

Mit herzlichem Dank an Netgallery.de und den Verlag für das Rezensionsexemplar

Montag, 25. September 2017

Rezension: Mein Buch - 100 Dinge, über die du schreiben kannst

Mein Buch - 100 Dinge, über die du schreiben kannst von Katja Scholtz, erschienen beim Diana Verlag, Gebundene Ausgabe, 208 Seiten, 15,00€

Worum geht's?
"Wenn Ihr Kühlschrank sprechen könnte – was hätte er zu erzählen? Oder Ihre Katze? Was denkt der Bäcker, wenn er Ihnen schlecht gelaunt sein letztes Kastenbrot verkauft? Wer schreiben möchte, braucht Mut und Ideen. Doch wo und wie anfangen? Dieses Buch versammelt 100 kleine Aufgaben, die die Fantasie ins Rollen und die Tinte zum Fließen bringen sollen. Ein geistiger Sportplatz zum Warmmachen und Dehnen für Anfänger und Fortgeschrittene.
Ein Buch zum Ausfüllen mit viel Platz zum Selberschreiben und mit zahlreichen liebevollen Originalzeichnungen, die inspirieren. Das tintensichere, FSC®-zertifizierte Offsetpapier mit zartblau gepunkteten Linien lädt ein, gleich loszuschreiben, in der Falttasche im Einband ist Platz für Notizen, Fotos, Postkarten u.v.m. Das blaue Verschlussgummi hält alles zusammen, und Lesezeichen sowie Buchblock mit Fadenheftung veredeln dieses besondere Buch."

Warum hab ich es gelesen?
Nun, dieses Buch ist natürlich keines, dass man lesen kann - wie aus dem Klappentext ersichtlich handelt es sich vielmehr um eine Sammlung von Anregungen zum kreativen Schreiben. Schon als Kind habe ich es geliebt, Texte zu verfassen. Da einem aber nicht immer gleich einfällt, worüber man schreiben könnte, war ich auf dieses Buch und seine Ideen sehr gespannt.

Wie war's?
Das Büchlein kommt im praktischen DinA 5 Format daher (und passt somit auch wunderbar in die Handtasche). Die blaue Oberfläche ist strukturiert und erinnert schon fast ein wenig an Geschenkpapier. Die ganze Aufmachung zeigt bereits, dass das Büchlein dazu gedacht ist, mit ihm zu arbeiten, statt es nur anzuschauen: Es hat ein Verschlussgummi, womit sichergestellt ist, dass nichts hinaus fällt, ein Lesezeichen und eine Falttasche, in der man Notizen und ähnliches verstauen kann. Der Einband ist flexibel, wirkt aber solide.
Nun aber zum inhaltlichen: Wie das bei Anregungen nun mal so ist, liest man einige und es passiert nichts - doch eine Seite weiter zündet plötzlich die Idee und man möchte gleich drauf los schreiben. Das ist hier gar kein Problem, denn unter jeder Schreibidee sind einige Linien, auf denen man seinen Ergüssen gleich freien Lauf lassen kann - insofern man einen Stift dabei hat.
Die Aufträge sind von ernst bis hin zu völlig abstrus breit gefächert. Beim Durchblättern musste ich einige Male schmunzeln, z.B. bei "Du bist ein Faultier auf Facebook - poste deinen Status" oder "Schreibe einen Verriss über einen Klassiker der Weltliteratur". Sehr gelungen fügen sich zudem die zum Teil vorhandenen kleinen Zeichnungen ein, welche die Gestaltung noch einmal aufwerten.

Was war besonders?
Im Endeffekt werde ich wohl kaum zu allen 100 Aufträgen etwas schreiben, aber das Buch hält, was es verspricht - es liefert interessante Anregungen und Ideen für Schreibbegeisterte und diejenigen, die es werden wollen.

Reading Mein Buch - 100 Dinge, über die du schreiben kannst makes me feel like...
Ein sehr schönes Buch für kreative Köpfe - auch prima als Geschenk geeignet! 

Mit herzlichem Dank an das Bloggerportal und den Diana Verlag für das Rezensionsexemplar

Sonntag, 24. September 2017

Rezension: Palast der Finsternis

Palast der Finsternis von Stefan Bachmann, erschienen beim Diogenes Verlag, Taschenbuch, 400 Seiten, 18,00€

Worum geht's?
"Die Außenseiterin Anouk ist mit vier anderen Kandidaten nach Paris gekommen, um einen lange verschütteten unterirdischen Palast zu erforschen, den ein verrückter Adliger zur Zeit der Französischen Revolution als Versteck für seine Familie erbauen ließ. Doch nachdem die Jugendlichen einmal durch die Tür mit dem Schmetterlingswappen getreten sind, erwartet sie in jedem weiteren Raum ein neuer Abgrund, den sie nur gemeinsam bezwingen können."

Warum hab ich es gelesen?
Ich bin ein großer Fan von Marie Antoinette und Romanen, die in dieser Zeit spielen oder sich auf sie beziehen. Noch dazu liebe ich Geschichten, die etwas mysteriöses beinhalten - der Klappentext von Palast der Finsternis klang also für mich äußerst interessant.

Wie war's?
Wenn man das Buch in den Händen hält, erfreut man sich erst mal an den schimmernden Effekten des Covers, die bereits sehr schön die mysteriöse Stimmung des Buches einfangen. Im  Prolog lernen wir die Ich-Erzählerin Aurélie du Bessancourt kennen, die sich 1789 in den Unruhen der französischen Revolution wiederfindet. Ihr Vater hat unter dem Familienanwesen einen Palast errichtet, den sie allerdings nie betreten durfte - zumindest bisher...
Weiter geht es in der heutigen Zeit, welche wir durch die Augen der 17-jährigen Anouk erleben. Anouk ist definitiv eine recht spezielle Protagonistin: Überdiemaßen intelligent, eher antisozial eingestellt, melancholisch und mit einem herrlichen Sinn für Sarkasmus, entspricht sie nicht unbedingt dem Typ Romanfigur, den man gleich ins Herz schließt. Nichtsdestotrotz stellt man schnell fest, dass in diesem Mädchen noch viel mehr steckt, und so war sie mir trotz ihrer Eigenarten sehr schnell sympathisch.
Anouk ist eine von fünf ausgewählten Jugendlichen, die nach Frankreich kommen und sich dort der Untersuchung des erst vor kurzem entdeckten, unterirdischen Palasts der Familie Bessancourt widmen sollen. Natürlich geht es hier nicht mit rechten Dingen zu und schnell wird klar: In diesem Palast lauert mehr als nur eine Gefahr. 
Nun erleben wir die Zeit im Palast auf zwei Zeit- bzw. Erzählebenen durch Aurélie und Anouk. Natürlich hängen die Erlebnisse beider Figuren auf irgendeine Art zusammen, vor allem da wir durch Aurélie einige Hinweise erhalten. Diese Zweiteilung der Erzählung hat mir unglaublich gut gefallen, da sie sehr stimmig miteinander verflochten sind und sich auf beiden Ebenen die Spannung immer mehr aufbaut.
Die Stimmung in diesem unterirdischen Palast wurde vom Autor wunderbar eingefangen: klaustrophobisch, düster und einfach beängstigend. Man hält bei jedem Raumwechsel den Atem an und hat keine Ahnung, was die Figuren als nächstes erwartet. Besonders amüsant fand ich übrigens, dass Anouk und die anderen beginnen, alle möglichen Szenarien und Überlegungen durchzuspielen, weil es mir als Leser natürlich genauso ging.
Die letztliche Auflösung, wie alles zusammenhängt und warum Anouk und die anderen im Palast gelandet sind, war für mich dann doch etwas zu fantastisch und nicht so ganz nachvollziehbar. Am Ende hatte ich dann doch noch einige Fragen, die für mich nicht ganz zufriedenstellend beantwortet wurden.
Stefan Bachmanns Schreibstil ist zwar einfach, aber herrlich packend. Er verliert sich nicht in zahllosen Ausschmückungen, sondern konzentriert sich auf das Wesentliche, wodurch die relativ kurzen Kapitel mit ihren zum Teil gemeinen Cliffhangern nur so dahin fliegen. Ab dem Augenblick, in dem sich die Jugendlichen im Palast wiederfinden, konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Was war besonders?
Dieses Buch lässt sich definitiv nicht einfach einem Genre zuordnen - es ist eine Mischung aus Thriller-, Fantasy-, Abenteuer-, Horror- und Mysteryelementen, die aber funktioniert.

Reading Palast der Finsternis makes me feel like...
...ein ganz besonderes Leseerlebnis, dass mir trotz kleiner Schwächen definitiv in Erinnerung bleiben wird!


Mit herzlichem Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar