Mittwoch, 28. Juni 2017

Rezension: Der Schatz der Oger - Spielbuch (Welt der 1000 Abenteuer Band 3)

Der Schatz der Oger von Jens Schumacher, erschienen im Mantikore Verlag, Taschenbuch, 280 Seiten, 11,95€

Worum geht's?
"Aufregung im Dörfchen Roog: Bolko ist verschwunden! Dein Vetter ist ausgezogen, um im finsteren Forst von Yorrok nach dem verschollenen Goldschatz der Oger zu suchen. Dabei steckt dieser Wald voller Gefahren – und möglicherweise hausen dort sogar noch letzte Überlebende der schrecklichen Menschenfresser. Das Schlimmste befürchtend, begibst du dich auf die Suche nach Bolko … Kannst du den Gefahren der Wildnis trotzen und deinen Vetter lebendig zurückbringen? Ein interaktives Fantasy-Abenteuer: DU entscheidest, welchen Weg du einschlägst, welche Gegner du bekämpfst. Doch Vorsicht, hinter jeder Ecke kann das Verderben lauern! Nur mit Mut, Grips und einer Portion Glück bestehst du alle Prüfungen!"

Warum hab ich es gelesen?
Ich bin ein großer Fan von Pen & Paper Fantasyrollenspielen, aber leider schafft es unsere Gruppe immer seltener, passende Termine zu finden. Durch eine Buchverlosung bin ich auf dieses Spielbuch samt Fantasythema aufmerksam geworden. Ein Spielbuch? Das klingt ja nach einer großartigen Alternative! Zum Glück war mir die Losfee wohlgesonnen und ich durfte schon bald mein erstes Spielbucherlebnis wagen.

Wie war's?
Der Beginn ist äußerst einsteigerfreundlich formuliert. Dies war mir ganz besonders wichtig, schließlich handelt es sich hier um mein erstes Spielbuch. Auch ohne Vorkenntnisse findet man sich ganz schnell in diesem Büchlein und dem Spiel zurecht. Es werden nur kurz die wenigen Regeln erklärt, die das Abenteuer und die Lesart des Buches umfassen, danach wird man bereits in die Geschichte entlassen.
Das Grundprinzip ist einfach: Auf einem sogenannten 'Abenteuerblatt' hält man seine Spielfortschritte, wie z.B. gefundene Gegenstände, fest. Man wählt eines von fünf Talenten (Klettern, Tiersprache, Schriftenkunde, Verbergen oder Vorahnung), die für die Mission von Vorteil sein können, und der Rest ergibt sich auf dem Weg. Durch eigene Entscheidungen spielt man sich durch das Abenteuer, z.B. 'Du findest eine Truhe. Willst du sie öffnen, lies weiter auf Seite XY, wenn nicht, lies weiter auf S. YZ". So springt man zwischen den Seiten hin und her, immer mit der Hoffnung, die richtige Wahl getroffen zu haben. Denn ja, man kann in diesem Buch sterben. Meine bessere Hälfte und ich sind beim ersten Versuch dann gleich mal innerhalb von zehn Minuten gescheitert (Tod durch Riesenfaultier), haben uns aber sofort an den nächsten Versuch gewagt und das Abenteuer schließlich siegreich gemeistert. Wir hatten an den herrlichen Diskussionen und den zum Teil recht kuriosen Begegnungen in diesem Buch wirklich unsere Freude.
Großes Herzklopfen gab es vor allem während den 'Schicksalsentscheidungen', bei denen man mit geschlossenen Augen über einer mit diversen Runen verzierten Seite den Finger kreisen lässt. Je nachdem, auf welche Rune der Finger dann schließlich zeigt, geht das Abenteuer weiter. Das klingt zwar etwas seltsam, ist aber eine äußerst praktische Idee, da man das Buch auf diese Weise trotz Zufallskomponente überall spielen kann und nicht immer einen Würfel mit sich herum tragen muss.
Der Schreibstil ist angenehm, die Situationen in kurzen Abschnitten dargelegt und es ist nicht immer eindeutig, welche Entscheidung gerade die bessere ist. Außerdem finden sich hier und da zwischen den Abschnitten zur Geschichte passende schwarz-weiß Abbildungen und Zeichnungen.
Einzig die Tatsache, dass es nur einen einzigen richtigen Weg gibt, um das Abenteuer zu gewinnen, fand ich etwas schade. Da rebelliert mein Rollenspielerherz ein wenig, das gern verschiedene Dinge ausprobiert und sich auch mal ins Ungewisse stürzen mag. Allerdings wird auf diesen Umstand gleich zu Beginn hingewiesen, man weiß also von vornherein, dass jede Entscheidung Gewicht hat.

Was war besonders?
Das Prinzip des Spielbuchs ist definitiv außergewöhnlich. Ob allein oder mit mehreren, einfach hinsetzen, Buch aufschlagen, los spielen. Diese Idee sagt mir sehr zu und ich kann es kaum erwarten, ein etwas komplexeres Werk anzugehen.

Reading Der Schatz der Oger makes me feel like...
...was für ein Spaß! Aus Einsteigersicht (oder eben für jüngere Leser) ist dieses Abenteuer definitiv zu empfehlen. Wenig Regeln, viel Spielspaß und ein interessantes Abenteuer!

Mit herzlichem Dank an LovelyBooks.de und den Mantikore Verlag für das Rezensionsexemplar
 

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